Deutschland setzt sich ehrgeizige Ziele im Bereich der erneuerbaren Energien, und eines der wichtigsten Elemente dieser Bemühungen ist die Photovoltaik-Strategie. Die Bundesregierung hat kürzlich einen Entwurf dieser Strategie veröffentlicht, der zeigen soll, wie wir uns als Land in den kommenden Jahren auf den Ausbau der Solarenergie konzentrieren werden. Diese Initiative ist ein wesentlicher Schritt zur Erreichung der Energiewende-Ziele und zur Schaffung einer nachhaltigeren Energiezukunft für alle.

In der Photovoltaik-Strategie werden verschiedene Handlungsfelder abgedeckt, darunter Regelungen, Fördermaßnahmen und Technologieentwicklungen. Bis zum 24.03.2023 hatten Interessengruppen und die Öffentlichkeit die Möglichkeit, Stellungnahmen zur PV-Strategie abzugeben. Nach Berücksichtigung dieser Rückmeldungen hat die Bundesregierung in den darauffolgenden Wochen finalisiert. Am 05. Mai 2023 veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz die finale Version der deutschen Photovoltaik-Strategie, welche wir Ihnen in diesem Beitrag einmal vorstellen möchten.

Durch unsere Bemühungen in diesem Bereich können wir nicht nur unsere Umwelt schützen, sondern auch den Weg für weitere innovative Technologien und nachhaltige Lösungen ebnen.

Aktueller Stand des Photovoltaik-Ausbaus

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Wir freuen uns, Ihnen den aktuellen Stand des Photovoltaik-Ausbaus in Deutschland vorstellen zu können. Die Photovoltaik-Industrie hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht, und diese erneuerbare Energiequelle spielt eine immer wichtigere Rolle in Deutschlands Energiewende.

Zum Ende des Jahres 2022 betrug die Gesamtkapazität zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland knapp 150 GW. Davon entfielen etwa 67 GW auf die Photovoltaik, was rund 45 Prozent ausmacht. Nach einer Phase mit geringem jährlichem Zubau zwischen 2014 und 2017 konnte dieser in den letzten Jahren deutlich gesteigert werden und erreichte zuletzt etwa 7,3 GW in 2022. Um die Ziele des EEG 2023 zur Erhöhung der installierten Leistung von Solaranlagen bis 2040 zu erreichen, ist für dieses Jahr ein Zubau von 9 GW geplant, gefolgt von 13 GW in 2024 und 18 GW in 2025. Ab dem Jahr 2026 soll der jährliche Leistungszubau auf 22 GW erhöht und auf diesem hohen Niveau stabilisiert werden.

Der Ausbau der Photovoltaik gehört zu den wichtigsten Handlungsfeldern der Bundesregierung, um erneuerbare Energien weiter voranzubringen. Daher hat die Förderung von Photovoltaik-Anlagen auf verschiedenen Ebenen – von Freiflächenanlagen über Dachinstallationen bis hin zu kleineren Stadtprojekten – in den letzten Jahren stetig zugenommen.

Durch die zunehmende Umsetzung der Photovoltaik-Strategie haben wir in den letzten Jahren ein beschleunigtes Wachstum beobachten können. Der Anteil der Photovoltaik am gesamten Stromverbrauch Deutschlands steigt ebenfalls kontinuierlich an. Seit Januar 2023 ist das neue EEG-Gesetz in Kraft, das den Ausbau erneuerbarer Energien, einschließlich der Solarenergie, weiter beschleunigen soll.

Summa summarum zeigt der aktuelle Stand des Photovoltaik-Ausbaus die beeindruckenden Fortschritte, die Deutschland im Bereich erneuerbarer Energien gemacht hat. Wir freuen uns darauf, unsere Bemühungen fortzusetzen und die Sonnenenergie in unserem Land noch intensiver zu nutzen.

Handlungsfelder der neuen Photovoltaik-Strategie

In diesem Abschnitten möchten wir Ihnen die elf verschiedenen Handlungsfelder vorstellen, welche die Bundesregierung für die deutsche Photovoltaik-Strategie definiert hat.

Freiflächenanlagen stärker ausbauen

In der PV-Strategie werden wichtige Maßnahmen beschrieben, um den Zubau von PV-Freiflächenanlagen zu fördern. Dazu gehören unter anderem Klarstellungen und Vereinfachungen in der Baunutzungsverordnung und im Baugesetzbuch, ein Konzept zur besseren Nutzung von Agri-PV-Anlagen, die Öffnung von benachteiligten Gebieten sowie die Definition von Biodiversitäts-PV.

Photovoltaik auf dem Dach erleichtern

Um sicherzustellen, dass PV-Anlagen auf Dächern in Zukunft zur Regel werden, sind sowohl geeignete Anreize als auch der Abbau von Hindernissen von entscheidender Bedeutung. Die PV-Strategie enthält Maßnahmen im Bereich der PV-Dachanlagen, wie zum Beispiel die Flexibilisierung der Pflicht zur Direktvermarktung und die Senkung der gesetzlichen Anforderungen an die Technik, die von Kleinanlagen in der Direktvermarktung vorgehalten werden muss. Es ist auch zu prüfen, ob in bestimmten Konstellationen die Regelungen zur Anlagenzusammenfassung zu unsachgemäßen Ergebnissen führen. Darüber hinaus sollen bestehende Gebäude im Außenbereich vermehrt für die Vergütung von PV-Dachanlagen zugelassen werden.

Mieterstrom und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung vereinfachen

Das Ziel der PV-Strategie ist es, den Verkauf oder die Nutzung von PV-Strom durch Wohnungseigentümer, Gebäudeeigentümer und Mieter ohne großen bürokratischen Aufwand zu ermöglichen. Zu diesem Zweck ist die Einführung einer „Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung“ geplant, die es ermöglicht, gemeinsam PV-Anlagen zur Eigenversorgung zu nutzen. Gleichzeitig soll das bereits etablierte Mieterstrommodell weiter optimiert werden. Beide Modelle bleiben für die Teilnehmer freiwillig. Mit diesem neuen Ansatz soll ein Schritt in Richtung „Energy Sharing“ vor Ort gemacht werden. Weitere mögliche Schritte möchte das BMWK in der zweiten Jahreshälfte gemeinsam mit den Stakeholdern diskutieren.

Nutzung von Balkon-PV erleichtern

Balkon-PV, auch bekannt als Balkonkraftwerke oder „Stecker-Solargeräte“, bieten eine einfache Möglichkeit, sich an der Energiewende zu beteiligen. Um die bestehenden Regelungen zu vereinfachen, hat die PV-Strategie verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen. Dazu gehören die Verschlankung von Meldepflichten, die Festlegung von Privilegien im Wohnungseigentums- und Mietrecht sowie die Zulassung des Schukosteckers als „Energiesteckvorrichtung“ im Rahmen der technischen Normung und die Erhöhung der Leistungsschwelle.

Netzanschlüsse beschleunigen

Um den Anschluss von PV-Anlagen an das Stromnetz für alle Beteiligten zu beschleunigen, hat die PV-Strategie verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen. Dazu gehören unter anderem die Einführung eines Wegenutzungsrechts für Anschlussleitungen bei PV-Freiflächenanlagen sowie eine verkürzte Frist für den Zählertausch bei PV-Dachanlagen. Außerdem soll der Kreis der Anlagen verkleinert werden, für die in Zukunft ein Anlagenzertifikat erforderlich ist, und die Zertifizierung über Einheitenzertifikate optimiert werden.

Akzeptanz stärken

Die hohe Akzeptanz von PV-Anlagen muss gehalten und gestärkt werden, insbesondere mit Blick auf den geplanten beschleunigten Zubau. Die PV-Strategie enthält daher verschiedene Maßnahmen, um dies zu erreichen. Durch die geplante Erweiterung der Fachagentur Windenergie an Land um das Thema Photovoltaik werden zukünftig noch bessere Informationen, insbesondere im Hinblick auf den Zubau von Freiflächenanlagen, zur Verfügung stehen. Zudem ist geplant, das im Januar 2023 gestartete Förderprogramm „Bürgerenergiegesellschaften“ bei Windenergie an Land in einem zweiten Schritt auch auf Photovoltaikanlagen auszuweiten.

Wirksame Verzahnung von Energie- und Steuerrecht sicherstellen

Um den beschleunigten PV-Ausbau zu unterstützen, sollen Vorgaben aus Rechtsbereichen außerhalb des Energierechts berücksichtigt werden. Die PV-Strategie verweist daher auf eine Reihe von Maßnahmen, die das BMWK innerhalb der Bundesregierung ergreifen wird, um weitere steuerrechtliche Vereinfachungen zu erreichen. Dazu gehören beispielsweise Maßnahmen im Hinblick auf die Erbschaftssteuer, die Stromsteuer oder die Grundsteuer.

Lieferketten sichern und wettbewerbsfähige, europäische Produktion anreizen

Das BMWK hat den Stakeholderdialog zu industriellen Produktionskapazitäten für die Energiewende (StiPE) durchgeführt, um die Fertigung von PV-Modulen, Wechselrichtern und weiteren Komponenten in Deutschland und Europa wieder aufzubauen. Konkrete Maßnahmen, die daraus resultieren, sind unter anderem eine Durchführbarkeitsstudie, die seit März 2023 vom VDMA mit Förderung des BMWK erarbeitet wird, die geplante Initiierung eines Investitionsförderprogramms, die Ausweitung der Förderung von Forschung und Entwicklung sowie die Prüfung eines Hybridkapitalinstruments.

Fachkräfte sichern

Um die Ziele zum Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen, ist ein starker Anstieg der Zahl der eingesetzten Fachkräfte erforderlich. Das BMWK wird daher seine Fachkräftestrategie umsetzen und weitere Initiativen ergreifen, um in- und ausländische Fachkräfte für die Transformation zu gewinnen. Dazu gehören beispielsweise das Gesetz und die Verordnung zur Weiterentwicklung der Fachkräfteeinwanderung. Der Aktionsplan Mittelstand, Klimaschutz und Transformation stellt die entsprechenden Maßnahmen dar.

Technologieentwicklung voranbringen

Die Förderung von Forschung und Entwicklung ist entscheidend für die weitere Entwicklung der Photovoltaik. Die Bundesregierung wird daher die Förderung im Forschungsbereich Photovoltaik auch im Rahmen ihres 8. Energieforschungsprogramms fortsetzen und weiterentwickeln.

Den schnellen PV-Ausbau auch mit europolitischen Instrumenten vorantreiben

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Photovoltaik im europäischen Strommarkt werden zunehmend von Prozessen und Vorgaben der Europäischen Union (EU) bestimmt. Dabei sind insbesondere die EU-Strategie für Solarenergie und das Fit-for-55-Paket von großer Relevanz.

Fazit

Wir sind sehr zufrieden mit den Fortschritten, die in der Photovoltaik-Strategie Deutschlands gemacht wurden. Die Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWK) ist ein wichtiger Schritt zur Erreichung der Energiewende-Ziele und zeigt, dass die Bundesregierung die Solarenergie als Schlüsselelement der künftigen Energieversorgung ansieht.

Die Photovoltaik-Strategie beinhaltet verschiedene Maßnahmen, um den Ausbau der Solarenergie zu beschleunigen; beispielsweise werden regulatorische Hürden abgebaut und finanzielle Anreize geschaffen. Wir glauben, dass diese Strategie dazu beitragen wird, die zahlreichen Vorteile der Solarenergie, wie kostengünstige Stromerzeugung, unbegrenzte Energiequelle und geringe Umweltauswirkungen, weiter auszuschöpfen.

Wir freuen uns auf die nächsten Schritte in der Umsetzung dieser Strategie und sind überzeugt, dass die erfolgreiche Umstellung auf erneuerbare Energien in Deutschland ein Beispiel für andere Länder sein wird. Mit gemeinsamen Anstrengungen können wir nicht nur unsere Klimaschutzziele erreichen, sondern auch eine nachhaltigere und umweltfreundlichere Energieversorgung für zukünftige Generationen sicherstellen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wir freuen uns, Ihnen einige häufig gestellte Fragen zur Photovoltaik-Strategie in Deutschland zu beantworten. Nachdem Sie diesen Artikel gelesen haben wissen Sie sicher schon, dass die Bundesregierung eine Photovoltaik-Strategie verfolgt, um den Umstieg auf erneuerbare Energien weiter voranzutreiben.

Was ist die deutsche Photovoltaik-Strategie?

Die PV-Strategie hat das Ziel, den Ausbau der Solarenergie in Deutschland zu vereinfachen und zu beschleunigen. Die Strategie sieht konkrete Vereinfachungen für den Bau und Anschluss von Solaranlagen vor und fördert Ausbildung und Forschung.
Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) hat unmittelbar nach Veröffentlichung der Strategie mit ihrer Umsetzung begonnen. Eine erste Maßnahme wird in einem Gesetzespaket mit dem Arbeitstitel „Solarpaket I“ zusammengefasst, das noch vor der Sommerpause vorgelegt werden soll. Ein zweites Paket ist bereits in Aussicht gestellt.

Wann wurde die deutsche Photovoltaik-Strategie beschlossen?

Bis zum 24.03.2023 hatten Interessengruppen und die Öffentlichkeit die Möglichkeit, Stellungnahmen zur PV-Strategie abzugeben. Nach Berücksichtigung dieser Rückmeldungen hat die Bundesregierung in den darauffolgenden Wochen finalisiert. Am 05. Mai 2023 veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz die finale Version der deutschen Photovoltaik-Strategie.

Was ändert sich 2023 bei Photovoltaik?

Im Zuge des Photovoltaik-Strategie, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz am 05. Mai 2023 veröffentlichte, sind zahlreiche Maßnahmen geplant, um den Ausbau von Photovoltaik in Deutschland zu fördern. Insgesamt umfasst die deutsche Photovoltaik-Strategie elf übergeordnete Aspekte, welche den Photovoltaik-Ausbau in Deutschland beschleunigen sollen.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen geholfen zu haben. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.